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Prinzip, Aufbau und Funktion der Spiralrhetorik™

"Der Teambegriff ist genaugenommen nur eine strukturierende oder gestaltende, eine Unternehmung formende Abstraktion. Teams werden zusammengestellt, um bestimmte Arbeitsleistungen auszuüben. Dynamisch gesehen kann der Begriff nicht ohne das Lebensmilieu des Teams genommen werden."

Diese "Einleitung" in Aufbau und Funktion der Spiralrhetorik™ zeigt die Schwäche des derzeit gültigen Paradigmas in der Organisations- und Personalentwicklungslehre. Diese Lehre bezieht den Begriff einer stockenden oder stagnierenden Organisation ausschliesslich auf Störungen im Gefüge der einzelnen Teams mit seinen beteiligten Menschen. Dem liegt die Vorstellung zugrunde, dass jedes Team einer Organisation eine "Elementar-Organisation" darstelle, die in sich geschlossen und abgegrenzt durch eine "Teammembran" zunächst für sich allein existiere, jedoch eingebunden in eine arbeitsteilige Organisation zur Funktion des Ganzen eines Unternehmens ihren Teil beitrage. 

Dieses lineare Ursache-Wirkungs-Denken, nach 1600 (von Kirche und Militär abgesegnet) in die europäischen Natur- und Kommunikationswissenschaften eingeführt - weder in der Aufklärung noch in der Neuzeit und Nachkriegszeit aufgelöst - hat zur Konsequenz, dass Organisationen mit ihren beteiligten Menschen (Teams), analog zu technischen Geräten, als kompliziert gestaltete Funktionseinheiten gesehen werden, die bei "Defekten" entsprechend repariert oder ausgewechselt werden können. Letztlich komme es nur darauf an, die "störenden Menschen" in einem Team oder das "störende Elementar-Team" zu finden. Derzeit glaubt man dies bereits mit 360°-Umfragen und Algorithmen beobachten zu können. Beide bilden in Mathematik eingebettete linear-kausale Meinungen ab. Diese widernatürliche Linearität im unternehmerischen Denken hat weitgehende Konsequenzen auf die klassischen Beratungsschemata: Ein Beratungsmodell muss an einen geeigneten Elementar-Empfänger (Menschen oder Team) koppeln, wobei eine Reaktion nur dann ausgelöst wird, wenn das Modell und das Team (der Mensch) wie "Schlüssel" zum "Schloss" zusammenpassen. Dabei unterliegt man dem Zwang, um an einfachen Ursache-Wirkungs-Beziehungen festhalten zu können, aktuelle Ereignisse wie Konflikte (Prozessstörungen) und Krisen (Strategieblockaden) aus dem vernetzten organisationalen Zusammenhang als "Syndrom" (als einzelne oder eine Gruppe von unternehmerischen Faktoren, die einen bestimmten Zustand zeigen), zu isolieren und coachen zu müssen. Es liegt auf der Hand, dass besonders bei wiederkehrenden Betriebs- und Befindungsstörungen, die den Unternehmensverlauf und -gewinn gefährden, der Unterschied von Wirkung und Wirksamkeit eines Führungs- oder Beratungsmodells dann kaum mehr wahrgenommen werden kann. Diese kausalanalytische Linearität hat somit Einfluss auf die Methodenlehre in Führung und Kommunikation. Das individuelle Phänomen einer Betriebs- und Befindungsstörung, sei es in einem KMU oder in einem Konzern, wird einem Typ von Störung subsumiert. Dieser Typ wird in einem Modell objektiviert und damit kausalanalytisch instrumentell zugänglich. Die Wirklichkeit eines KMU oder eines Konzerns wird durch Modelle ersetzt, die umso reduzierter sein müssen, je komplexer die Wirklichkeit ist. Beratungserfahrung wird insoweit gar nicht mehr gebildet, weil sich das Handeln am Modell orientiert und nicht an der Wirklichkeit. Im Modell stehen weder Parameter für individuelle ganzheitliche, zumeist kybernetische Determinanten noch für Lebensqualität einer Unternehmung zur Verfügung.

Da zusätzlich hinter gleicher Symptomatik zum Beispiel bei Burnout, Konflikten, Krisen und Mobbing, suboptimalen Entscheidungen und Fehlverhalten unterschiedliche Betriebs- und Befindungsstörungen verborgen sein können, kann der in der Wissenschaft gültige randomisierte doppelblind oder mehrfach durchgeführte "Laborversuch" mit Probanden, seien es Menschen oder Teams, nur eine Methode zur Erkenntnisgewinnung sein. Es ist zweifellos falsch, den Laborversuch zur alleinigen Methode zu stilisieren, da Kasuistik und Erfahrungsberichte gerade das können, was der "objektive" kontrollierte wissenschaftliche Versuch nicht kann: das Individuelle der Betriebs- und Befindungsstörung einer Organisation mit ihren beteiligten Menschen in den Vordergrund beratenden Bemühens zu stellen. Das derzeit gültige Paradigma ist in der modernen Organisations- und Personalentwicklung mit ihrer Führungs- und Kommunikationslehre deshalb so erfolgreich geworden, da sich besonders für akute Konflikte und durch Krisen verursachte Störungen im Unternehmensverlauf und -gewinn einzelne objektivierbare Ursachen finden, die sich unmittelbar ausschalten oder "reparieren" lassen. In der derzeitigen Situation immer wiederkehrender, ja chronisch auftretender Betriebs- und Befindungsstörungen in KMU und Konzernen gelingt dies jedoch kaum mehr.  

Prinzip, Aufbau und Funktion

Zum besseren Verständnis des Ursache-Wirkung-Prinzips bei der Entstehung von Betriebs- und Befindungsstörungen in Organisationen mit ihren beteiligten Menschen ist die Beschäftigung mit den zwei Prämissen der Spiralrhetorik™ als grund-regulierendes System einer Unternehmung äusserst hilfreich.

Die Spiralrhetorik™ arbeitet mit zwei wahrnehmbaren Prämissen, die das Individuelle einer Betriebs- oder Befindungsstörung einer Organisation mit ihren beteiligten Menschen in den Vordergrund beratenden Bemühens stellen kann. Die zwei Prämissen erschliessen in ihrer Spirale unendliche Erkenntniswege und stellen Beratern und Führungskräften in der Tiefe ihrer Rhetorik die Parameter für ganzheitliche kybernetische Determinanten und Lebensqualität einer Unternehmung frei natürlich zur Verfügung.

Heiner Dübi hat die zwei Prämissen in ihrer Anordnung nicht neu entdeckt, sondern er eröffnet mit ihrem Festhalten in der Spiralrhetorik™ die Erkenntniswege zur Grundregulation einer sich natürlich bildenden Unternehmenskultur. Die Wirklichkeit eines KMU oder eines Konzerns wird dadurch - entgegen dem vorherrschenden Paradigma der Reduktion - komplex erfasst, je komplexer die Wirklichkeit

ist. Die zwei Prämissen bilden Parameter mit ihren sich bildenden Determinanten. Sie können als existenzielle Regulations- und Steuerungssysteme einer jeden Organisation mit ihren beteiligten Menschen angesehen werden. Die Parameter der Spiralrhetorik™ setzen sich aus einer Vielzahl Tetralogien zusammen, welche in ihrer Kasuistik eine unendliche Zahl komplex-kausaler Diagnosen eröffnen und aus der Tiefe ihrer Rhetorik komplex-kausale Lösungsmöglichkeiten bieten. 

Diese Tetralogien, welche die Determinanten für die komplex-kausalen Diagnosen und Erkenntniswege bilden, finden sich in einer ersten Schicht in den zwei Prämissen. In der einen Prämisse ist es die Tetralogie Mensch-Raum-Organisation-Sprache; in der anderen Prämisse bildet sich die erste Schicht in der Tetralogie spüren-fühlen-denken-atmen ab. Übereinander gelegt verbinden sich die beiden Tetralogien und bilden in einer weiteren Tetralogie die nächste "dritte" Schicht: Mensch/spüren-Raum/fühlen-Organisation/denken-Sprache/atmen.

Je nach Aufgaben- oder Problemstellung werden die eine Prämisse zur ersten und die andere Prämisse zur zweiten. Die Spiralrhetorik™ ist das einzige Beratungswesen, das auf Argumentationslogik baut. Im aufgeführten Beispiel ist in der zweiten Schicht die vierte "logische" Tetralogie spüren/Mensch-fühlen/Raum-denken/Organisation-atmen/Sprache. So bilden in der "dritten Schicht" die Menschen die erste Prämisse, in der "vierten" jedoch das Spüren. Spiralrhetorik™ ist also gleichzeitig eine Schulung, in Bedingungen zu denken. Diese Voraussetzung in Bedingungen zu denken ist wichtig, da sich komplex-kausale Diagnosen und Lösungen nie unter Beurteilungen, sondern immer unter Bedingungen bilden! Würde die eine Bedingung nicht bewusst der andern unterstellt, käme es zu verdeckten Umkehrschlüssen, welche linear-kausal in die Irre führen und Beratende wie Führende zu falschen, vermeintlich richtigen Erkenntnissen bringen (was im klassischen Beratungs- und Führungswesen üblich ist). Solche irreführende und falsche, vermeintlich richtige Erkenntnisse blockieren Betriebs- und Befindungsstörungen erneut. Sie verhärten die Störungen, statt sie ursächlich offen zu legen und fliessend neu zu regulieren, wie es Spiralrhetorik™ ermöglichen kann.

Allein schon die "vier Tetralogien" aus der ersten und zweiten Schicht ihrer Prämissen bringen vierundzwanzig weitere Tetralogien (also total achtundzwanzig). Zusammen mit den erweiterten Tetralogien Team-Energie-Kultur-Bewusstsein(Gewahrsein) aus der einen Prämisse und entscheiden-argumentieren-erkennen-führen aus der andern potenzieren sich die Tetralogien in Spirale und Rhetorik zu unendlich-vielfachen Determinanten, die in der Kasuistik für komplex-kausale Diagnosen und Lösungswege von Aufgaben- und Problemstellungen ursächlich wichtig sind. In der Kasuistik bilden sich die Aufgaben- und Problemstellung, und es werden keine Lösungen erzwungen oder reduziert. Das Wort "bilden" hat in der Spiralrhetorik™ eine hohe Bedeutung. Ohne Bildung kann keine Betriebs- und/oder Befindungsstörung behoben werden, noch können sich Störungen im grund-regulierenden System selber regulieren.

Nimmt man die Tetralogien Prinzipien-Prozesse-Strategien-Kommunikation und Burnout-Konflikte-Krisen-Mobbing hinzu, welche sich in Wort und Bewegungsrichtung in beiden Spiralen (Prämissen) bilden, ergibt sich eine Doppelhelix mit unendlichen Determinanten, die allesamt sowohl spiralrhetorisch wie potenziell ursächlich sind. Betriebs- und Befindungsstörung sind immer komplex-kausal und nie linear! Die Bildung von Diagnosen und Lösungen in der  Spiralrhetorik™ entspricht also funktional der DNA der Natur!

Die grund-regulierenden Determinanten einer jeden Organisation mit ihren beteiligten Menschen sind (wie Zellen mit ihren Membranen) von einer extra-determinanten Matrix umgeben, die das Determinanten-Milieu-System überhaupt am Leben erhält. Die DNA dieser extra-determinanten Matrix ist das Substrat der Grundregulation jedes KMUs oder Konzerns. Über die extra-determinante Matrix werden alle Determinanten und ihre Regulierungen nicht nur in kleinen, sondern in grossen Teilen wirksam. Diese Matrix reguliert, stört und versorgt mit Informationen. Die extra-determinante Matrix ist das entscheidende Medium im Austausch zwischen den Determinanten und dem Gesamtsystem einer Organisation (KMU oder Konzern) mit ihren beteiligten Menschen. Sie durchzieht die gesamte Führung und Beratung und bildet die in ihrer Feinheit unendlichste Tetralogie, wie sie in den Erkenntniswegen zum Vorschein kommt und das Zusammenspiel der Prämissen mit ihren Determinanten ursächlich sichtbar macht. Ihre Medien sind zum einen die Sinneserkenntnis von uns Menschen, der Geist, in dem etwas passiert, die Vernunft, die im Unternehmen steckt und der Verstand, der regulierend eingreifen kann. Diese Grundsubstanz, das Medium der Spiralrhetorik™ hat die Fähigkeit, sich laufend allen Erfordernissen durch sich bildende Informationen anzupassen.

Entsteht innerhalb dieses Systems eine Betriebs- und/oder Befindungsstörung, resultiert daraus ein Ungleichgewicht innerhalb, respektive zwischen den einzelnen Tetralogien und ihren Determinanten. Die Spiralrhetorik™ hält dieses Ungleichgewicht als blockierende, stagnierende Bewegungen im Determinanten-Milieu-System fest. Es entstehen Burnout, Konflikte, Krisen und Mobbing, die in der Tiefe ihrer Rhetorik wieder in fliessenden Bewegungen reguliert werden müssen. Aus einer anhaltenden Dysfunktion kann sich eine gewisse "Erstarrung" in den einzelnen Determinanten entwickeln, die als Folge eine Beeinträchtigung des Betriebs und des Befindens aller beteiligten Tetralogien nach sich zieht. Hier ist der Ausgangspunkt vieler Betriebs- und Befindungsstörungen, sei es im Personal oder in der Organisation zu sehen.

Eine intakte Grundsubstanz mit einer intakten Reaktionsfähigkeit ihrer Determinanten ist Voraussetzung für eine gesunde Organisation und für das Wohlbefinden ihren beteiligten Menschen. Betriebs- und Befindungsstörungen von der Ursache her zu entstören bedeutet, die ursprüngliche Funktion der in beiden Prämissen enthaltenden Parameter und ihren Determinanten wieder herzustellen, über mögliche Lösungswege die ursächlichen Störungen zu beseitigen.

Die Aktivierung der einzelnen Schichten in der Tiefe ihrer Rhetorik führt zur Normalisierung der natürlichen Regulationsfähigkeit eines Unternehmens und letztendlich zu einer Verbesserung der fliessenden Bewegungen der Gesamtspirale im Determinanten-Milieu-System einer jeden Organisation. Dem "Gift" blockierender, stagnierender Bewegungen wird schwerpunktmässig der Nährboden entzogen, und die fliessenden Bewegungen werden "saniert" und in Schwung gebracht. Die Organisation mit ihren beteiligten Menschen bekommt mit Spiralrhetorik™ die Chance, sich wieder dem ursprünglichen, harmonisch ausgeglichenen Unternehmensniveau anzupassen oder das Niveau sogar zu steigern. 

Zusammenfassung

Fasst man abschliessend das Gesamtsystem der Spiralrhetorik™ zusammen, dann ist folgendes zu sagen:

  1. Die Tetralogie Mensch-Raum-Organisation-Sprache der ersten Schicht, die Trägerin aller Funktionen in der Organisations- und Personalentwicklung, sind abhängig vom Milieu.
  2. Das Milieu, die alles durchdringende, sich bildende Matrix, bestehend aus den vier Medien Sinneserkenntnis-Geist-Vernunft-Verstand, wird über die unendlichen Tetralogien in der Tiefe ihrer Spiralrhetorik effektorisch gesteuert und rezeptorisch kontrolliert. Diese vier Medien sind körperlich entscheidend, ohne zeitliche Veränderung argumentierend, innerlich erkennend und diskursiv führend.
  3. Die effektorische Milieusteuerung erfolgt durch die Tetralogie spüren-fühlen-denken-atmen, die  den Zustand und das Befinden einer Organisation mit ihren beteiligten Menschen verändern, und durch die Tetralogie entscheiden-argumentieren-erkennen-führen, welche die stagnierenden, blockierenden Bewegungen aus der Tetralogie Prinzipien-Prozesse-Strategien-Kommunikation entfernen und in fliessenden Bewegungen halten.
  4. Die Tetralogie Burnout-Konflikte-Krisen-Mobbing wird rezeptorisch kontrolliert, wobei man nicht sagen kann, wie diese Kontrolle vor sich geht! Wir sehen zwar die Veränderungen und das Endresultat in der Tetralogie Team-Energie-Kultur-Bewusstsein, auch werden damit wissenschaftliche Studien betrieben; aber es hat bisher noch niemand die bildenden und sich bildenden Tetralogien mit ihren Determinanten bis zum alles durchdringenden, sich bildenden Paramater verfolgt. Anders als die Natur der Spiralrhetorik™ lebt das heutige Berater- und Führungsbewusstsein, das klassische Management, noch immer in theoretischen Vorstellungen einer linear-kausalen, künstlichen Philosophie.

Es steht ein Paradigmenwechsel im Beratungs- und Führungswesen bevor. Lesen Sie dazu das Resümee zu "Prinzip, Aufbau und Funktion der Spiralrhetorik™".