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Die Medienschaffenden werden oftmals zu Verfolgern

Sie möchten zwar gerne Retter sein, und sehen sich nicht gern als Opfer. Tatsächlich sind sie alles: Retter, Täter und Opfer. Und: Sie richten entsprechendes Unheil an.

Vielen Unternehmen, auch Verwaltungen (und Polizeikorps) oder NGOs fehlt die Schulung und Kultur, destruktive Kommunikation bereits in ihrem Ursprung zu erkennen und frühzeitig abzuwehren. Das ist der Grund, warum trotz Warnung oder Verbot Mitarbeitende immer wieder an die Öffentlichkeit wie Medien gelangen, da die internen Wege blockiert oder nicht ausgeschöpft werden können.

Doch Medienschaffende sind nicht darin ausgebildet, offene von verdeckter oder direkte und indirekte Kommunikation zu unterscheiden und Eskalationsstufen zu hinterfragen oder zu vermeiden. Sehr schnell nehmen sie in ihren zugewiesenen Rollen mit den entsprechenden verbalen Mustern Platz, ohne zu ahnen, in welches Spielmuster sie geraten sind oder geraten werden. Ungefragt und zumeist unbewusst beissen sie in Köder hinein und legen neue aus. Vom harmlosen Antippen bis zum Vernichten wird es ein kurzer Weg. Denn ihre Recherchen können niemals alle beteiligten Verbindungsformen innerhalb von Eskalationsstufen ermitteln, was unwissend und dumm zu massiven Schädigungen führen kann.

Ihrer Verantwortung sollten sich Medienschaffende bewusst sein, wenn sie ahnungslos selber zu Kontrolleuren, rebellischen Beobachtern, Mitunterstützern, Konkurrenten oder fürsorglichen Belagerern, Gemeinten, Betroffenen und Mitgemeinten etc. werden. Sie unterstützen offen-aggressiv, subtil-aggressiv, lau, abhängig, feindlich, reaktiv oder passiv ein Geschehen, das sie nicht kennen und auf eine interne und unbedingt professionelle Feldanalyse zurückgeworfen werden müsste. In dieser Feldanalyse gibt es keine Opfer, sondern nur Verfolger, Profiteure und Retter mit verschiedenen Couleurs.

Noch scheuen sich Unternehmerinnen und Unternehmen (Verwaltungen und NGOs), Konflikte tatsächlicher oder vermeintlicher illegaler oder illegitimer Machenschaften, dazu gehören auch Führungsfehler, in ihre Führungs- und Unternehmenskultur aufzunehmen und die damit verbundenen Risiken rechtzeitzig, legal und legitim aufzufangen (und unter Umständen auf den richtigen juristischen Weg zu bringen).

Dieses Umdenken in den eigenen Betriebsstrukturen sozialer Systeme sollte dringend gefordert und gefördert werden, um der medialen Sensation vor öffentlichen Instanzen mitsamt dem gesamten nachfolgenden Juristenfutter und den internen Eskalationsstufen (die bis zum Tod einzelner Beteiligter führen können) zu entgehen.

Nur so bleiben die Medien und Unternehmen von unliebsamen Schlagzeilen aus Whistleblowing verschont.